Das beliebte chinesische Getränk wird allerorts unterschiedlich bezeichnet, dennoch ähneln sich die Bezeichnungen frapierend. Im Türkischen bedeutet Çay jegliche Sorte von Tee, sowie in Deutschland mit Tee eigentlich das Getränk und nicht die Pflanze bezeichnet wird. Im Französischen dagegen wird wohl zwischen der Pflanze (Thé) und dem heissen Getränk mit Kräutern (Tisane) unterschieden. Chai (चाय) ist in Hindi die Bezeichnung für Tee, in Nepal nennt man diesen Chya, in Japan Cha (茶); Im Russischen und Osteuropäischen Sprachraum heißt es ebenfalls Tschai (чай) und wird auch ähnlich wie in der Türkei für jegliche Sorten verwendet.

Das Teeblatt, Demmers Zeitung für Tee und Kultur, schrieb folgendes dazu:

Wenn der Tee ursprünglich über den Landweg im Norden, also die Seidenstraße, in den Westen kam, behielt er die nordchinesische Aussprache Cha bei (aus dem „Mandarin“ bzw. der Amtssprache Putonghua, die auch die allgemeine Sprache genannt wird). Wenn der Tee über den Seeweg im Süden nach Europa gelangte, dann wurde er mit einem südchinesischen Dialekt – nämlich Fukienesisch – als Tee ausgesprochen (mit Ausnahme des Kantonesischen, das auch cha verwendet). Dies kann aber auch „Teestraße“ bedeuten.

Interessant ist es, wenn man die Bilderschrift(en) dieses Getränks bzw. dieser Pflanze betrachtet. Anhand der nebenstehenden Muster sieht man, dass das Schriftzeichen Tee aus drei Komponenten besteht: oben Gras, in der Mitte Mensch und unten Holz. Dies ist sowohl aus historischen als auch etymologischen Gründen so. Das Schriftzeichen Cha (Tee) selbst entstand ca. um 820 n. Chr. Es zeigt einen Menschen (wahrscheinlich eine Pflanzerin oder eine Pflückerin) inmitten bzw. zwischen Gras (Blatt) und Holz (Baum). Dies verrät auch die drei Entwicklungsstufen der Anwendung dieser Pflanze. Anfangs wurde sie als Medizin verwendet, dann als Gemüse, schließlich als Getränk. Die Entwicklung dieses Bilderschriftzeichens belegt auch, dass es anfangs mit Korn als untere Komponente gezeigt wurde, also als eine Art Lebensmittel angesehen wurde. Erst später wurde das Korn durch Holz ersetzt.

Die Aussprache änderte sich durch diese Ersetzung ebenfalls, nämlich von „Tu“ (Mensch zwischen Gras und Korn) zu „Cha“ (Mensch zwischen Gras und Holz). Da der fukienesische Dialekt (Jin-Dynastie) historisch gesehen viel älter ist als das so genannte Mandarin (Beamtensprache – Ming-Dynastie, 17. Jh.), wird vermutet, dass sich die Aussprache „Tu“ später zu „Tee“ entwickelt hat. Der fukienesische Dialekt wurde ursprünglich im Norden gesprochen. Durch den Druck von nördlicher lebenden Völkern zog dieser Dialekt mit seinen Trägern nach Süden in das heutige Fukien (Fujian). Diese Veränderungen ereigneten sich zwischen dem 3. und 6. Jahrhundert, als es in China große Völkerwanderungen und Staatenspaltungen gab.

http://www.demmer.at/teeblatt/artikel/?content=content.php%3Fid%3D211

Sehr interessant.

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