In letzter Zeit war ich so oft unterwegs, da blieb kaum Zeit um neue Restaurants auszuprobieren. An diesem Sonntag nahmen wir uns aber vor mit den Freuden einen Ausflug zum Wöhrdersee zu unternehmen und nach einem Abstecher zur Satzinger Mühle (Kaffee+Kuchen) [1] und einem Spaziergang auch eine Runde Kugelstossen im Snooker-Laden in der Pillenreuther anzuhängen. Es wurde spät, wir hungrig und da fiel die Wahl auf das nächstgelegene indische Lokal "Lakshay" [2]. Unsere Freundin ist eine Inderin, insofern war eine Expertin für die indische Küche mit von der Partie.

Das Restaurant "Lakshay" ist ein überwiegend nordindisches Restaurant, wie wohl die meisten in Deutschland, mit einem wirklich umfangreichen Menue. Im Gegensatz zu "Tadsch Mahal" (viel Geld für wenig Genuß, nicht hingehen!) werden die Gerichte traditionell serviert, auf Wunsch europäisch. Zusätzliche ayurvedische und Moghul Spezialitäten runden die Karte auch für die Vegetarier ab, denn die nordindische Küche ist vorwiegend für die Fleischgerichte (z.B. Hünchen im Lehmofen aka Tandoori) bekannt. Gut, Ayurveda stammt aus der heiligen Hindustadt Varanasi [3], die auch im Norden liegt. Trotzdem ist international der Lehmofen etwas bekannter ...

Die Empfehlung unserer Freundin fiel auf Thali (Teller) in verschiedenen Variationen und Paaner (hausgemachter Frischkäse). Ich entschied mich für die hauseigene "Lakshay Thali" Mischung (Nr 21, eine Zusammenstellung verschiedener vegetarischer und Fleischgerichte) mit einem obligatorischen Mango Lassi (Milchgetränk) und einem zusätzlichen Ghee Naan (Weizenbrot mit indischem Butter bestrichen). Die Gerichte werden in kleinen Schällchen serviert. Genauso wie ich bei meinem letzten Ausflug nach Asien geniesen durfte, die Erinnerungen wurden wach. Als Abschluß diente ein Masala Chai (Tee mit Milch und Gewürzen). Unsere Gastgeber servierten eine Schale mit Körnern, Gewürzen und zerkleinerten Blättern als Digestif.

Ich verlangte indisch scharf und bekam es dann auch, einfach perfekt. Die Gastgeberin erzählte, dass ihr Schärfegrad in Deutschland unter europäischem Einfluß leidet und sie selbst nun auch mildere Gerichte bevorzugt. Für Südinder lässt sich dennoch was passendes finden.

Es hat prima geschmeckt. Die Gerichte kommen den Ursprungsgerichten recht nahe (übereinstimmende Meinung) und sind preislich in einem sehr gut abgestimmten und angenehmen Rahmen. Der Service stimmt und am Ambiente können die Gastgeber noch bischen arbeiten. Dennoch ist das Lokal sehr empfehlenswert, denn - bessere indische Küche ist in der Metropolregion Nürnberg nicht zu finden!

[1] http://www.satzinger-muehle.de
[2] http://www.lakshay.de/
[3] http://en.wikipedia.org/wiki/Varanasi